(K)ein Grund zum Feiern…

Oder doch?

In diesen Zeiten gibt es leider nicht viel zu feiern. So ganz still und heimlich habe ich mir dennoch 30 Kerzen angezündet.

30 Jahre sind ein halbe Ewigkeit – soviel Zeit ist nun nach der Gründung der Firma COMPUTERS & LESSONS vergangen.
6000,— D-Mark waren für mich Ende 1989 wahnsinnig viel Geld und mein Startkapital.
Die hatte ich mir von meinen Eltern geliehen (wofür ich ewig dankbar bin).
Zwei Jahre nach Beendigung meiner Ausbildung zum Informationselektroniker (heute Fachinformatiker) hatte ich mich selbstständig gemacht.

Naivität hat geholfen.

Betriebswirtschaft und Business-Pläne waren für mich böhmische Dörfer. Das war auch gut so, sonst hätte ich das wohl nie gewagt.
Zu viel ökonomisches Wissen hätte die Gründung verhind

ert. Ein Existenzgründungsdarlehen der KfW half, die ersten Monate zu überstehen.

Mein alter Ford Taunus, den ich für 600,— D-Mark gekauft hatte, war das erste Firmenfahrzeug.

Das erste Büro in der Frohsinnstraße 22 in Aschaffenburg wurde am 1. April 1990 bezogen. 

Akustikkoppler mir 300Bits/s, Modems, ISDN, BTX und CompuServe bestimmten damals die Welt der Kommunikation. Das WorldWideWeb war noch lange nicht geboren. 

Unser erster Kunde war eine Kleiderfabrik in Erlenbach, die Barcodes auf Etiketten drucken musste. Ein paar Zeilen Basic und ein OKI 9-Nadeldrucker halfen, das Thema zu lösen. Dann kam eine Spedition, ein Anwalt und eine Bank als Kunden hinzu – so fing es an.

Mit der Textverarbeitung „Textmaker“ von der Nürnberger Firma Softmaker haben wir unsere Rechnungen geschrieben.
Mit Lotus Symphony 2.0 für DOS haben wir kalkuliert. Excel von Microsoft war noch weit vom heutigen Monopol entfernt.

Ich war nicht gut, weitblickend oder mutig genug eine Firma wie „Yahoo“, „Google“ oder „Facebook“ zu gründen.
Dennoch bin ich stolz darauf, ein paar Menschen in Sachen IT unterstützt zu haben und meinen Mitarbeitern zu helfen, Ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Heute ist die (IT-)Welt eine Andere – und das ist gut so. Es ist soviel einfacher als früher – Zumindest für die Anwender.

Danke.

Im Moment verspüre ich eine große Dankbarkeit, das Alles einigermaßen gesund erlebt zu haben.
Lehrreich waren besonders die zahlreichen Krisen. Diese Erfahrungen helfen, die jetzigen schlechten Nachrichten zu akzeptieren und nach vorne zu blicken.

Neues zu wagen – ohne zuviel Gedanken zu verlieren – das fehlt uns heutzutage. Vielleicht hilft die globale Krise, wieder kreativ zu sein, flexibel zu werden und neue Ideen zu entwicklen – ohne diejenigen zu vergessen, die in dieser Krise besonders leiden müssen.
Ich bin nach wie vor sehr gespannt auf die kommenden Entwicklungen in der IT und freue mich auf die Zeit nach Corona.

Man sieht sich …

Stefan Körbel
Stefan Körbel